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Zwischen Beweis und Bußgeld: Dashcams in der Grauzone

Eine Dashcam filmt mit – und kann im Ernstfall alles entscheiden. Doch in Deutschland gilt: Erlaubt ist sie, aber nicht grenzenlos. Wer die Regeln kennt, schützt sich doppelt.

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Dashcams sind erlaubt, doch Datenschutz setzt klare Grenzen. Bild: SP-X/Mario Hommen

Ein Auffahrunfall, zwei Versionen, kein eindeutiger Zeuge. Genau in solchen Momenten wünschen sich viele klare Bilder statt hitziger Diskussionen. Eine Dashcam liefert diese Bilder. Sie dokumentiert Sekunden, die später über Schuld oder Unschuld entscheiden können. Gleichzeitig greift sie in die Rechte anderer ein. Deshalb bewegt sich die kleine Kamera zwischen Sicherheit und Datenschutz – und verlangt einen bewussten Umgang.

Zwischen Beweis und Datenschutz
Dashcams dürft ihr in Deutschland grundsätzlich verwenden. Darauf weist unter anderem der ACV Automobil-Club Verkehr hin. Entscheidend bleibt jedoch die Art der Nutzung. Wer dauerhaft filmt und speichert, verstößt gegen Datenschutzrecht, weil andere Verkehrsteilnehmer ohne konkreten Anlass erfasst werden.
Der Bundesgerichtshof hat 2018 eine wichtige Entscheidung getroffen. In einem konkreten Unfallfall können Dashcam-Aufnahmen als Beweismittel zulässig sein. Das Gericht stellte klar, dass das Interesse an der Aufklärung im Einzelfall schwerer wiegen kann als datenschutzrechtliche Bedenken. Eine permanente Aufzeichnung ohne Anlass bleibt trotzdem unzulässig.

Der Loop macht den Unterschied
Wenn ihr eure Dashcam rechtssicher einsetzen wollt, aktiviert ihr den Loop-Modus. Die Kamera speichert kurze Sequenzen und überschreibt sie automatisch nach wenigen Minuten. Erst bei einem Unfall oder einer starken Erschütterung sichert das System die relevante Passage dauerhaft. So entsteht keine lückenlose Dauerüberwachung. Viele Geräte erkennen bei der Einrichtung den Standort Deutschland und passen die Einstellungen an. Prüft die Konfiguration trotzdem selbst, damit alles korrekt läuft.

Der richtige Platz für klare Bilder
Die Dashcam gehört hinter oder knapp unter den Innenspiegel. Dort bleibt das Sichtfeld frei und die Kamera arbeitet unauffällig im Hintergrund. Achtet darauf, dass Assistenzsysteme und Airbags uneingeschränkt funktionieren. Kabel verlegt ihr sauber entlang der Verkleidung. Eine fachgerechte Montage in der Werkstatt sorgt für Sicherheit und vermeidet technische Probleme, besonders bei modernen Fahrzeugen mit sensibler Elektronik.

Technik, die im Ernstfall liefert
Damit Aufnahmen vor Gericht oder bei der Versicherung helfen, müssen Details erkennbar bleiben. Kennzeichen, Fahrmanöver und Verkehrszeichen sollten auch bei Dämmerung oder Regen klar sichtbar sein. Schon günstige Modelle zwischen 50 und 100 Euro bieten solide Bildqualität und alle notwendigen Grundfunktionen. Wer zusätzlichen Komfort wie GPS-Daten oder Assistenzhinweise wünscht, findet im mittleren Preissegment passende Lösungen. Den G-Sensor stellt ihr so ein, dass er bei einer echten Kollision reagiert und nicht bei jeder Bodenwelle speichert.

Verantwortung endet nicht am Lenkrad
Schaltet die Tonaufnahme am besten aus. Gespräche im Fahrzeug oder Stimmen von außen gehören nicht auf die Speicherkarte. Veröffentlicht keine Clips ungefragt im Internet. Nicht anonymisierte Aufnahmen können Bußgelder im vierstelligen Bereich auslösen. Auch Cloud-Dienste bergen Risiken, wenn unklar bleibt, wo Daten gespeichert werden und wer darauf zugreift. Nutzt die Kamera ausschließlich zur eigenen Absicherung, nicht zur Überwachung anderer.

Vor der Grenze informieren
Innerhalb Europas existieren keine einheitlichen Regeln für Dashcams. Länder wie Österreich oder Luxemburg schränken die Nutzung stark ein oder verbieten sie sogar. Informiere dich vor einer Reise über die jeweiligen Vorschriften. Im Zweifel deaktivierst du die Kamera vor dem Grenzübertritt. So vermeidest du unnötigen Ärger im Ausland.